Langhalsweg
Deutschlands schönster Wanderweg 2024
Woher kommt der Name „Osterspaier Langhals“?
Schon Anfang des 19. Jahrhunderts arbeiteten viele Osterspaier in Lahnstein.
Deren kleine Söhne wurden dann am Kopf hochgezogen und man zeigte ihnen flussabwärts den Ort, wo sie dann später selber einmal ihr eigenes Geld verdienen würden.
Durch das Hochheben wurden die Hälse der Kinder in die Länge gezogen. So entstand der Name „Osterspaier Langhals“.
Daten und Fakten
Rundwanderweg
Wegstrecke: 8,5 Kilometer
Gehzeit: ca. 2 Stunden
Höhenmeter: 246 hm
Start / Ziel:
- 56340 Osterspai, Hauptstraße 36
- Portal am Dorfplatz Osterspai
Los geht's
Mit einem verschmitzten Lachen empfängt uns die Bronzeskulptur des niedlichen „Osterspaier Langhals“ auf dem Dorfplatz. Noch sind wir scheinbar die ersten Wandersleut, die heute die Route des Wanderweges abschreiten möchten. Die Sonne scheint und die Temperaturen bieten ideales Wanderwetter.
Deshalb heißt es: Rucksäcke schultern, Luke anleinen und los geht die Wanderpartie.

Die putzige Bronzefigur des Osterspaiers Langhals
Kurz nach dem Start verlassen wir (Mama Christa, Luke und ich) die Ortschaft und ziehen über den Hubenpfad Schloss Liebeneck entgegen. Der Untergrund ist noch feucht und rutschig, das Geäst und die Gesträuche allerdings sind in allerbester Frühlings- und Gerberlaune.
Zarte Knospen und bereits überladene Blütenstände begleiten uns auf dem steilen Pfad nach oben. Zudem liegt ein aromatischer Hauch des Frühlings in der Luft, einfach traumhaft.

Immer dem Wegweiser nach erreichen wir schließlich die Anhöhe und können hinter dichtem Buschwerk die Konturen von Schloss Liebeneck erahnen.
Über einen weiteren schmalen Pfad passieren wir die Mathildenhöhe mit dem „Teehaus-Pavillon“ (in Privatbesitz) und finden uns schließlich an der Florianshütte oberhalb des Mittelrheintals wieder.
Für eine Pause ist es jedoch noch viel zu früh, deshalb wandern wir nach einer kurzen Besichtigung des Geländes weiter.

Unser heutiger Wegweiser. Der Wanderweg ist durchgängig hervorragend ausgeschildert.

Hundepfote und Wanderbuddy Luke ist voll in seinem Element.

Die geräumige und gepflegte Florianshütte bietet ein schönes Pausenplätzchen.
Im weiteren Verlauf führt die Wanderroute des Langhalsweges kreuz und quer durch die Lande.
Dem Wegesymbol folgend nehmen wir kurz nach der Florianshütte den rechten Abzweig Richtung Forsthaus, ziehen dann über Wiesenwege zur „Kleinen Kapelle“ und wandern mit der Wegegemeinschaft von Langhalsweg und Rheinsteig weiter. Nach erstmaliger Überquerung des „Hinnerschtbachs“ ziehen wir wenig später über den Landsberg durch das Tal des Heiligenbachs.
Entlang der Wegstrecke hängen immer wieder motivierende Schiefertafeln und die teils schon üppige Blütenpracht mobilisiert unsere Wanderlust gleich doppelt.

Liebevoll und ideenreich. Nur zwei Prädikate von vielen, die dem Langhalsweg definitiv zustehen.

Immer wieder säumen gelbleuchtende Forsythien und Teppiche aus Buschwindröschen unseren Wanderweg. Wir können uns gar nicht sattsehen an diesen Naturschönheiten.
Nach einem Schwenk Richtung Rheintal gelangen wir alsbald an den Abzweig/Abstecher zur „Kipplei-Spitze“. Über Stock und Stein ist der felsige Aussichtspunkt flott erreicht. Mit der Aussicht ins Mittelrheintal legen wir dort eine gemütliche Rast ein und genießen den heutigen Wandertag.

Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

Der Weg zur Kipplei-Spitze ist felsig, steil und pfadig. Aber jeden Meter wert.

Aussicht von der Kipplei-Spitze ins Mittelrheintal mit dem Osterspaier „enge Thürchen“.
Von der Kipplei-Spitze zieht der Wanderweg in einer großzügigen Schleife ins Wasenbachtal und erneut Richtung Hangkante oberhalb des Rheintals. Auf den steil abfallenden Pfaden ist vor allem mit Hund größte Sorgfaltspflicht gefragt.
Ein vorbeihuschendes Eichhörnchen hier, ein Knacksen im Unterholz dort und tausenderlei fremde Spuren sorgen bei Luke für helle Hundefreude.
Vorbei am alten Steinbruch erreichen wir abermals den Abzweig/Abstecher Richtung Kipplei-Spitze. Diesen lassen wir jetzt logischerweise links liegen und ziehen rechts ab und talabwärts zum Heiligenbach, den wir jetzt in einer kleinen Furt überqueren.

Wo es hinuntergeht, geht es meist auch wieder hinauf. So auch heute.
Vom Heiligenbachtal führt die Route jetzt aufs Neue an die Flanken des Mittelrheintals. Meter um Meter und Schritt für Schritt nähern wir uns dem „Mittelrheinherz“ und im weiteren Verlauf der „Rheinschaukel“.

Mittelrheinherz auf dem Langhalsweg. Auch für Rheinsteig-Wanderer einen Abstecher wert.


Rheinschaukel am #Langhalsweg
Nach einer kurzen Rast an der Rheinschaukel, die mit einem einzigartigen Panoramablick zum Verweilen einlädt, wandern wir talabwärts ins „Hinnerschtbachtal“ hinab.
Fast im Tal angekommen, geht es … Na, ihr wißt es bestimmt? Genau, wieder steil talaufwärts.
Nach wiederholter Überquerung des „Hinnerschtbach“ folgen wir dem Motto des steil ansteigenden Pilgerwegs, der mit zwei Heiligenhäuschen am Wegesrand aufwartet: Keine Gnade für die Wade! Hundepfote Luke interessiert dies überhaupt nicht. Frauchen und Oma Christa hingegen hecheln dem Hundemann tapfer hinterher.

Nach dem Anstieg ist der „abenteuerlichste“ Teil der Tour fast geschafft. Leicht bergab weist ein hölzernes Ortsschild die maßgebliche Gehrichtung an.
Am Hexenköpfle bietet sich noch einmal die Gelegenheit einer Rast, die wir aber dankend ablehnen.
Kurz bergauf lädt der letzte urige Pfad des „alten Elligs“ zum Endspurt ein.

Endspurt

Mit Verlassen des Pfades haben wir wieder Asphalt unter unseren Wanderschuhen und Pfoten. Erfüllt von einer wunderschönen Wanderung mit einzigartigen Momenten und vielen Erinnerungen, die wir mit nach Hause nehmen werden, durchstreifen wir noch einmal den aufgehübschten historischen Ortskern von Osterspai und finden uns kurz darauf am Ausgangspunkt unserer Wanderung wieder.
Fröhlich treten wir die kurze Heimfahrt an.

Fazit:
Mich hat der Osterspaier Langhalsweg zum wiederholten Male überzeugt. Traumhafte Aussichtspunkte, eine tolle Wegführung mit hohem Pfadanteil und ideenreiche Kleinigkeiten am Wegesrand krönen die gesamte Wandertour. Den Titel „Deutschlands schönster Wanderweg 2024“ hat die Wanderroute eindeutig verdient.
Steile Auf- und Abstiege fordern die Kondition. Gutes Schuhwerk ist definitiv von Vorteil.
Hundetauglichkeit:
Die Tour ist mit Hund gut machbar. Allerdings ohne gute Grundkondition nicht empfehlenswert.
Viele steile Auf- und Abstiege über felsige Pfade benötigen gute Trittsicherheit. Entlang der steil abfallenden Hangkanten ist Vorsicht geboten. Trotz der Bachtäler sollte gerade im Sommer Wasser mitgenommen werden.