Der Schinderhannespfad / Hunsrück
Viele Geschichten ranken sich um den Schinderhannes, dessen bürgerlicher Name Johannes Bückler lautete. Geboren 1779 in Miehlen im rechtsrheinischen Taunus trieb er später im linksrheinischen Hunsrück sein Unwesen.
Gemeinsam mit Hundepfote Luke verfolgte ich die Spuren des Schinderhannes und trällerte dabei die eingängige Melodie des Schinderhannes-Liedes.
Ihr habt Lust dabei zu sein? Dann wandert mit uns durch den schönen Hunsrück und lauscht der alte Mär des Johannes Bücklers.
Kurzer geschichtlicher Rückblick: Held oder Bösewicht
Johannes Bückler, der Schinderhannes. Umtriebig war der junge Johannes, der seinen Namen seinem Beruf als „Schinder“, also Abdecker, verdankte. Gefeiert als „Robin Hood des Hunsrücks“ setzte er sich bereits zu Lebzeiten ein Heldendenkmal.
Bei genauerer Recherche lässt sich jedoch erkennen: Der Schinderhannes war ein arger Bösewicht.
211 Straftaten, darunter Raubüberfälle, Erpressungen und sogar Mord, wurden ihm zu Lebzeiten zur Last gelegt. Haftstrafen endeten meist mit gelungenen Fluchtversuchen.
Im Jahre 1802 dann die endgültige Festnahme, die am 21. November mit der Hinrichtung am Schafott in Mainz endete.
Daten & Fakten zur Tour
Streckenwanderweg / 2 Etappen
Wegstrecke: 37 Kilometer
Gehzeit: ca. 10 Stunden
Höhenmeter: Aufstieg: 392 hm / Abstieg: 545 hm
- Start: 56288 Kastellaun, Busbahnhof (Zuwegung zum Start an der Südstraße)
- Ziel: 55490 Gemünden, Hauptstraße / Bürgerhaus
*Zwischenziel: 55469 Simmern (Hunsrück) - Hotel Bergschlösschen
Weitere detaillierte Fakten (Anfahrt, Parkmöglichkeiten....) findet Ihr in meinem Outdooractive-Tourenportal.
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten (mit Hund):
- Hotel Bergschlösschen, Nannhauserstraße 4, 56469 Simmern
Neben dem „Hunsrücker Schinderhannespfad“ findet sich auch im Taunus ein „Schinderhannespfad“.
Er verläuft im hessischen Teil des Taunus auf etwa 190 Kilometern als Rundwanderweg von und bis Kelkheim. Zudem erschließt der „Taunus-Schinderhannes-Steig“, konzipiert als Streckenwanderweg auf 38 Kilometern, die schönsten Ecken des Taunus-Schinderhannespfads.
Wissenswertes
Let's start!
1. Etappe von Kastellaun nach Simmern, 19,1 Kilometer, Höhenmeter: 141 m im Aufstieg / 237 m im Abstieg
Voller großer Erwartungen mache ich mich früh morgens mit meinem Wanderbegleiter, Hundepfote Luke, auf den Weg nach Simmern im Hunsrück. Wettergott Petrus meint es leider nicht ganz so gut mit uns. Aber gewappnet mit guter Ausrüstung trotzen wir den Launen des Miesepeters und erreichen nach einer recht gemütlichen Anfahrt unser erstes Ziel, nämlich das Hotel Bergschlösschen in Simmern.
Von dort nehmen wir einen Shuttleservice in Anspruch der uns zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung bzw. zum Startpunkt der ersten Etappe des Schinderhannespfads fährt.
Ausgestattet mit Proviant, das uns unsere heutigen Gastgeber bereits zur Verfügung gestellt haben, starten wir am Portal der Traumschleife Burgstadt-Pfad in unser Abenteuer.
Sogleich den Stadttrubel im Rücken, passieren den Waldspielplatz, schlendern durch den Landreitgraben und gelangen schließlich zur L 219, die wir überqueren. Mit Nieselregen im Gepäck lassen wir eine einladende Schutzhütte am Wegesrand tapfer liegen und queren an der Laubacher Grillhütte abermals die L 219.
Die vor uns liegende Wegstrecke Richtung Gesellschaftsmühle ist uns wohlbekannt und die Traumschleife Klingelfloß die sich jetzt ebenfalls dazu gesellt, hatten wir auch schon unter unseren Wanderfüßen und Hundepfoten. (Damals mit Whisper und Spike!)
Steil bergauf zur Ortschaft Osterkülz führt uns der weitere Wegverlauf durch das Külzbachtal nach Neuerkirch. Mit Nebelschwaden und mystischer Stimmung lassen wir uns weitertreiben und ziehen vorbei an dem Örtchen Kümbchen und der Dillingsmühle.
Trotz des heutigen, regnerischen Wetters ist der Hunsrück eine meiner liebsten Wanderregionen. Mit nassen Pfoten und Füßen erreichen wir über einen schmalen Pfad schließlich unser Zwischenziel in Simmern, das Hotel Bergschlösschen.
Nach einer heißen Dusche und einem schmackhaften Abendessen, lasse ich mit Luke den Abend gemütlich ausklingen.
Impressionen der ersten Etappe





Weiter gehts
2. Etappe von Simmern nach Gemünden, 17,9 Kilometer, Höhenmeter: 260 m im Aufstieg / 307 m im Abstieg
Nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigen Frühstück starten wir in den zweiten Wandertag.
Praktischerweise liegt der Einstieg in die heutige Route wieder direkt am Hotel. Zu allem Überfluss scheint heute sogar die Sonne, dies verleiht unserem Wanderglück regelrecht Flügel.
Kurzfristig mit dem Ausoniusweg unter den Füßen und Pfoten lassen wir alsbald die Ortschaft Simmern hinter uns und wandern beseelt ins Simmerbachtal hinein. Im steten Auf und Ab und abwechslungsreich über Wiesen- und Waldwege säumen wir bis nach Ohlweiler.
Heute ist der Wanderspirit eindeutig spürbar und so entern wir voller Wanderlust die Traumschleife Domblick, die uns jetzt eine Weile begleitet.
Mit leichtem Anstieg über den Eselsberg bis zum Verschbach, verläuft die Wegstrecke weiterhin durch das Simmerbachtal und glänzt mit Ausblicken auf die Ortschaften Schönborn und Oppertshausen.
Im weiteren Wegverlauf macht dann der Name Domblick der Traumschleife ihrem Namen alle Ehre.
Die Aussicht auf Ravengiersburg mit dem gigantischen Hunsrück-Dom sucht eindeutig ihres Gleichen.
Dank der klaren Sicht und dem traumhaften Wetter, ist diese zweite Etappe wirklich ein Genuss.
Wir queren die K 58 und wandern dem Staatsforst Unterbrunnenwald entgegen. Unser nächstes Ziel ist der Teufelskopf. Freudigen Schrittes durchqueren wir das Langenauer Tal und treffen frohen Mutes auf die Alte Römerstraße, die den Blick in den Soonwald freigibt.
Dem Endziel entgegen, wandern wir am Aenzeler Berg talabwärts, vorbei an Panzweiler und sind dem Etappenziel in Gemünden schon sehr nahe. Leider!
In Gemünden passieren wir die Hauptstraße (offizielles Ziel) und marschieren weiter zum Bürgerhaus. Dort findet sich auch das Portal der Traumschleife Heimat.
Apropos Heimat! Wir, Luke und ich, fahren erneut mit dem bestellten Shuttleservice zurück ans Hotel Bergschlösschen und treten von dort die Heimreise an.
Impressionen der zweiten Etappe

Die Ortschaft Ravengiersburg mit dem Hunsrückdom

Schloss Gemünden in der gleichnamigen Hunsrückgemeinde


Fazit:
Die Wegstrecke ist sehr abwechslungsreich. Ruhige Waldpassagen, aussichtsreiche Wiesenwege und immer wieder nette Fotomotive, die den Wanderweg attraktiv gestalten. Vor allem die zweite Etappe hat, neben dem romantischen Simmerbachtal, reichlich Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Insgesamt geht der Bezug zum Schinderhannes auf der Wegstrecke leider ein wenig verloren. In Gedanken stets mit im Wanderrucksack, hätte ich mir mancherorts eine Informationstafel gewünscht, die vielleicht die ein oder andere Anekdote bezüglich des Johannes Bücklers preisgibt.
Hundetauglichkeit:
Die Wegstrecke ist durchgängig gut mit Hund machbar. Aufgrund der Länge und der steilen Aufstiege ist eine gute Grundkondition ratsam. Wasser sollte mitgenommen werden.
Die Wanderung auf dem Schinderhannespfad fand in Kooperation mit der Hunsrück-Touristik GmbH statt. Meine Meinung wurde dadurch in keinerlei Hinsicht beeinflusst.
(Anmerkung: Die Hunsrück-Touristik GmbH fusionierte mit der Naheland-Touristik GmbH zur Hunsrück-Nahe Tourismus GmbH)